Die Richtlinien wurden 2016 durch das neue Kerncurriculum für die Sekundarstufe II ersetzt.

Zur Zeit erfolgt die Anpassung der schuleigenen Lehrpläne. Nach Abschluss dieser Phase wird diese Seite dann aktualisiert.

Das folgende ist nicht mehr aktuell, gibt aber dennoch einen Überblick über die Arbeit in der Sekundarstufe II.

 

Die Aufgaben und Ziele der Sekundarstufe II sind hier wie folgt beschrieben: Aus der Brückenfunktion zwischen Kindheit und Erwachsenenleben kommt der pädagogischen Arbeit in der Sekundarstufe II die Aufgabe zu, Jugendliche mit geistiger Behinderung auf ihr Leben als Erwachsene vorzubereiten. Erziehung und Unterricht in der Sekundarstufe II zielen auf die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit der Schülerinnen und Schüler, indem

  • die Bildungsbemühungen der vorangegangenen Schulstufen fortgesetzt und ergänzt werden
  • das Hineinwachsen der Jugendlichen in die Erwachsenenwelt unterstützt wird
  • die Jugendlichen auf die Lebenssituation vorbereitet werden, in die sie als handelnde und erlebende Erwachsene gestellt werden
  • durch das Angebot einer breit angelegten vorberuflichen Bildung (ohne Bindung an bestimmte Berufsfelder) auf die Arbeitswelt vorbereitet wird.

Die Jugendlichen sollen ihren individuellen Möglichkeiten entsprechend befähigt werden,

  • sich in ihrem Leben selbst zu verwirklichen und Lebensfreude und Bestätigung zu empfinden
  • sich allmählich von der Familie zu lösen und in einer den eigenen Möglichkeiten entsprechenden Wohnform zu leben
  • freie Zeit nach eigenen Bedürfnissen zu gestalten, Freizeit- und Erholungsangebote auszuwählen und zu nutzen
  • einen Arbeits- und Beschäftigungsplatz einzunehmen und dabei persönliche Befriedigung zu erfahren
  • sich in der Öffentlichkeit zu orientieren, zu bewegen und öffentliche Einrichtungen in Anspruch zu nehmen
  • sich gegenüber der natürlichen Umwelt verantwortungsbewusst und wertschätzend zu verhalten.

Erziehung und Unterricht in der Sekundarstufe II sollen den Schülerinnen und Schülern helfen, erwachsen zu werden und ein sinnerfülltes Leben in möglichst weitgehender Selbständigkeit führen zu können. Der Bildungsauftrag der Sekundarstufe II ist am besten in vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule zu erfüllen, um den Prozess des Erwachsenwerdens der Heranwachsenden aktiv zu unterstützen. Der Besuch der Sekundarstufe II ersetzt weder den Berufsschulunterricht noch die beruflichen Fördermaßnahmen der Werkstatt für Behinderte oder anderer Einrichtungen. Die Sekundarstufe II bereitet auf das Arbeitsleben als einem wesentlichen Aspekt des Erwachsenenlebens vor, nicht aber auf einen bestimmten Beruf oder Arbeitsplatz. Bei der praktischen Umsetzung der breit gefächerten Unterrichtsziele dieser Rahmenrichtlinien wird die Kooperation mit anderen schulischen oder außerschulischen Einrichtungen grundsätzlich als sinnvoll und wünschenswert erachtet. Für die Sekundarstufe II ergibt sich aus den oben formulierten Aufgaben und Zielen die Notwendigkeit einer erwachsenengemäßen Pädagogik, diese muss den Heranwachsenden eine klare und eindeutige Orientierungshilfe geben. Die Lernziele für diese Stufe sind sechs lebensorientierten Lernbereichen zugeordnet:

  • Ich-Erfahrung
  • Wohnen
  • Freizeit
  • Arbeit und Beruf
  • Öffentlichkeit
  • Umwelt und Umweltschutz

Aus grundsätzlichen Erwägungen ist der Rahmen, der für die Arbeit in der Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung durch die Richtlinien vorgegeben ist, recht weit gesteckt. Jede Schule hat den Auftrag, diesen Rahmen den eigenen Bedingungen gemäß auszufüllen. „Der Schule“, d. h. den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ist bewusst viel Spielraum gelassen worden, an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler orientiert Unterricht zu planen und durchzuführen, Schwerpunkte zu setzen und Schulleben zu gestalten.

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